• Lukas Zihlmann

Corporate Reputation: mehr ESG im CSR!


Environmental, Social und Governance (kurz ESG) -Kriterien sind im Zusammenhang mit nachhaltigen Investitionen schon seit vielen Jahren ein zentrales Thema. Die Anfänge gehen sogar zurück auf die 1950er und 60er Jahre: Vornehmlich institutionelle Anleger begannen zu realisieren, dass auch nicht-finanzielle Kriterien für Anlageentscheidungen einkalkuliert werden sollten. Und dies nicht dem philanthropischen Mantra «Tue Gutes und sprich darüber» folgend, sondern stets mit dem Investorenziel der bestmöglichen Performance vor Augen: Nachhaltigkeit zur Wertsteigerung.

Während der Begriff «ESG» der Welt der Anleger und Investoren zugeordnet ist, hat sich in den Unternehmen das Kürzel CSR oder CR – Corporate (Social) Responsibility – etabliert. Je nach Auslegung beschreiben die beiden jedoch sehr ähnliches: Nachhaltigkeit bezüglich Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung. Derweil ESG jedoch klar dem Ziel der Wertvermehrung einer Investition verpflichtet ist, sind die Zielsetzungen von CSR-Aktivitäten in den Unternehmen oft diffuser Natur. Und sie werden kaum je in Verbindung gebracht mit einer Wertsteigerung des betreffenden Unternehmens. Genau dadurch unterscheiden sich die Sichtweisen von CSR und ESG. Und das ist ein Fehler.

Corporate Responsibility-Themen sind ein wesentlicher Treiber der Unternehmensreputation (siehe dazu auch den Blog vom 2. April 2020). Studien zeigen, dass ca. 40% der Wahrnehmung eines Unternehmens durch CSR-Kriterien gebildet werden. Ebenso evident ist die Erkenntnis, dass Reputation und wirtschaftlicher Erfolg (zum Beispiel Umsatz, Gewinn, Börsenkurs, Unternehmenswert) eng miteinander verknüpft sind. Daraus lässt sich folglich schliessen, dass erfolgreiche CSR-Aktivitäten einen wesentlichen Beitrag für die zukünftige Wertentwicklung eines Unternehmens leisten.

Während ESG-Themen offen als Entscheidungskriterien für nachhaltige Investitionen genutzt werden, verstecken sich CSR-Aktivitäten zu oft hinter dem guten Zweck und möchten nicht zwingend mit wirtschaftlichen Überlegungen in Verbindung gebracht werden. Dabei ist «doing good while doing good business» nicht nur legitim, es ist vermutlich auch die nachhaltigste, weil werthaltige, Position zur Rolle von CSR – oder eben ESG – im Unternehmen.



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